Die Veganerin

PlantAge eG

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Frankfurt an der Oder

PlantAge wurde 2018 von Judith Ruland und Frederik Henn in Berlin gegründet. Die beiden sind nicht nur ein Paar und die jüngsten Gemüsegenossenschafts-Gründer*innen bisher, sondern sie leben auch vegan. Dass sie das Gemüse in ihrem Betrieb nahe Frankfurt an der Oder komplett biovegan anbauen, also ohne Nutztiere und tierische Düngung, ist die logische Konsequenz. Und das nötige Alleinstellungsmerkmal, um im vielfältigen Berlin aufzufallen – Bühne frei für: die Veganerin!

 01:10 – Wo sind wir hier? Und wer seid ihr?

01:37 – Ihr seid eine Genossenschaft. Wo steht ihr gerade? Wie viele Mitglieder habt ihr im Moment und was muss man tun, um bei Euch Mitglied zu werden?

03:05 – Wie werden neue Mitglieder in der Regel auf euch aufmerksam?

03:47 – Ihr seid ein Paar. Erzählt mal ein bisschen von euch.

05:30 – Wann war die Gründungsversammlung?

05:41 – Ihr liegt bei 180 Ernteanteilen. Könnt ihr euch und euren Mitarbeitern schon Löhne auszahlen?

06:41 – Wieviel könnt ihr euch konkret auszahlen?

07:21 – Was motiviert euch? Für was tretet ihr eigentlich an?

10:00 – Nach euren ersten Erfahrungen: empfindet ihr es als kompliziert und schwierig, eine Genossenschaft aufzubauen und zu führen? 

13:03 – Wo liegt die “optimale Größe” eurer Organisation und wie plant ihr diese zu erreichen?

15:00 – Initiativen der solidarischen Landwirtschaft leben davon, dass es ein starkes Wir-Gefühl unter den Prosumenten gibt. Wie erzeugt ihr soziale Stabilität?

16:35 – Plant ihr mit verpflichtenden Arbeitseinsätzen, wie es sie in anderen Solawi-Initiativen gibt?

18:28 – Wie seid ihr an eure Ackerfläche gekommen? 

28:08 – Wie wichtig ist das Thema Kommunikation? Welche Kanäle funktionieren aus eurer Sicht am besten?

32:16– Wie schafft ihr es, dass genügend Mitmach-Gärtner aus Berlin den Weg raus nach Frankfurt/Oder finden?

35:56 – Habt ihr ein Leitbild? Mit wem habt ihr eure Satzung entwickelt?

40:45 – Von welcher Art von Kooperationen und Netzwerken profitiert ihr aktuell?

45:15 – Was möchtet ihr zum Schluss noch loswerden?

Dieses Interview gibt es auch als Podcast zum Anhören auf unserer Website. Außerdem auch auf Spotify und iTunes oder mit diesem RSS-Feed in jedem beliebigen Podcatcher!

Zusätzliche Infos/Medien/Highlights

Diese TV-Reportage begleitet Judith und Freddy vom Saisonbeginn im Frühjahr mit seinen zerstörerischen Spätfrösten über den heißen und trockenen Sommer bis zum ersten Erntefest im Herbst: Ohne Mist! (28:44)

Selbst anpacken, etwas besser machen und gemeinschaftlich eine Gemüseversorgung für Berlin und Brandenburg aufbauen – und zwar ökologisch und komplett ohne Tierhaltung und tierische Produkte: mit dieser Mission sind Judith und Frederik gestartet. Während sie gerade noch Ökologie und Umweltplanung an der TU Berlin studiert, hat er nach seinem BWL-Studium schon erste Startup-Erfahrung in einem Sozialunternehmen gesammelt. Die PlantAge-Solawi haben sie zunächst als Verein gegründet – dann aber mit Unterstützung des Lüneburger WirGartens und des Münchner Kartoffelkombinats die Vorzüge der genossenschaftlichen Organisationsform entdeckt. Ende 2019 zählt die PlantAge eG rund 230 Genoss*innen.

 Schon 2019, im ersten Anbaujahr, stehen gut 50 Gemüsesorten auf dem Anbauplan – ein kleiner Teil der Gemüsekiste wird von Partnerbetrieben zugekauft. Erfunden hat PlantAge die biovegane Anbauweise natürlich nicht, auch viele andere Solawi-Initiativen nutzen vorwiegend biovegane Techniken wie Kompost und Gründüngung. PlantAge ist jedoch die erste Genossenschaft, die „biovegan“ als Grundsatz festgeschrieben hat, ausschließlich auf diese Weise arbeitet und das auch gezielt kommuniziert.

Die rund 210 Ernteanteile landen wöchentlich bei Verteilpunkten in Berlin, aber auch in Fürstenwalde und Frankfurt an der Oder. In zwei erfolgreichen öffentlichen Crowdfunding-Runden kam bereits wichtiges Startkapital für den genossenschaftlichen Anbau zusammen – bis sich der Betrieb aber finanziell gut trägt, braucht PlantAge noch mehr Genoss*innen mit Ernteanteilsverträgen. Mindestens 420 sollen es in den nächsten Jahren noch werden. In den sozialen Medien ist die junge Genossenschaft dank Judiths Kommunikations-Expertise bereits sehr präsent – und versammelt die meisten Instagram-Follower unter allen Solawi-Genossenschaften.

Dass die Anbaufläche im kleinen Ort Markendorf bei Frankfurt a.d.O. in Wirklichkeit – zumindest von Berlin aus gesehen – eher ab vom Schuss gelegen ist, scheint aber nicht allzu sehr zu stören. Von Berlin aus kommt man mit dem Regionalzug bequem in anderthalb Stunden zum Acker. Für Berliner*innen eine akzeptable Reise. Mit der Mitgliederbeteiligung bei gemeinschaftlichen Aktionen vor Ort, aber auch online, ist PlantAge zufrieden: So werden kritische Fragen, wie beispielsweise Schädlingsbekämpfung, auch mal in Online-Mitgliederumfragen diskutiert.

Aber ein anderer Aspekt der Standortwahl ist noch interessanter: und zwar die bereits bestehenden Landwirtschaftsstrukturen vor Ort. Die Umgebung ist geprägt vom Obstbau – zwar konventionell, aber die vielen kleinen Betriebe dort sind ebenfalls genossenschaftlich organisiert. Verbunden durch diesen Gedanken wurden die PlantAger dort wohlwollend als neuer Pachtbetrieb in der Ortsgemeinschaft empfangen. Und sie profitieren, trotz zunächst kritisch-neugieriger Beäugung dank ihrer bioveganen Spezialisierung, sehr von der gegenseitigen praktischen Unterstützung in der Nachbarschaft. Die zahlreichen „WWOOFer“ aus aller Welt packen den Sommer über gegen Kost und Logie auf dem Acker mit an.

PlantAge hat mit viel Elan und persönlicher Leidenschaft ein erfolgreiches erstes Erntejahr hingelegt. Jetzt geht es für die junge Genossenschaft darum weiter zu wachsen! Ihre Spezialisierung auf biovegan und die gute, vielfältige Vernetzung wird PlantAge dabei helfen in Berlin und Brandenburg weitere Mitstreiter*innen zu finden.
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Gründung
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Ernteanteile
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Anbaufläche

Steckbrief

Stand: Q1/2020

SitzMüllroser Chaussee 76c / 15236 Frankfurt (Oder)
Kontaktinfo@plantage.farm / www.plantage.farm
Gründungsjahr2018
Organe

Vorstand: mindestens 2, derzeit 2 mit 2 Vollzeitäquivalenten, für 4 Jahre gewählt.

Aufsichtsrat: 3-7 Mitglieder, derzeit 4, für 3 Jahre gewählt

Generalversammlung: wählt Vorstände und Aufsichtsräte und bestimmt die Versammlungsleitung auf Vorschlag des Aufsichtsrates. Gewinne werden nicht an die Mitglieder ausgeschüttet.

Mitgliedschaft

1 Geschäftsanteil zu 150,- €, Ratenzahlung für die zweite Hälfte möglich. Jährlicher Beitrag von 25 €. 24 Monate Kündigungsfrist zum Ende des Geschäftsjahres, Mindestkapital 80% der Geschäftsguthaben.

PrüfungsverbandPDK Berlin – Prüfungsverband deutscher Konsum- und Dienstleistungsgenossenschaften e.V.
Mitglieder mit ErnteanteilenApril 2020: 210 Ernteanteile bei 317 Mitgliedern; Entwicklung ab Juli 320 Ernteanteile, August 360, September 400 und Oktober 440.
Optimale Grösse400-500, Oktober 2020
Mitarbeiter*innen

6 Mitarbeiter*innen mit 4,75 Vollzeitäquivalenten, davon

3,5 im Gemüsebau,

1 im OrgaTeam,

0,25 in der Logistik.

Betriebszweige, Betriebsstätten und Beteiligungen

Momentan: Gemüsebau und Äpfel.

plantAge strebt eine biovegane regionale Vollversorgung an mit Pflanzenmilch, Brot, Gemüseaufstrichen, Müsli, etc.

Anbauflächen

20 ha, davon

4 ha Anbaufläche für Gemüse und 2 ha Kartoffeln. Alles in Pacht,

0,2 ha im geschützten Anbau.

Anbau

Bio-vegan, vorausschauend und zum Einstieg einfach zertifiziert nach EU-Bio-Verordnung.

Ohne Jungpflanzenaufzucht.

Mehr als 30 Kulturen mit 50-60 Sorten, die meisten samenfest.

VersorgungszeitraumGanzjährig, 50 Lieferwochen. Das Abo besteht aus 46 Ernteanteilen. Mit 4 “Jokern” können die lieferfreien Wochen gewählt werden. Im Winter können 2 Lieferungen zusammengelegt werden.
ErzeugnisseGemüse und Äpfel.
ErgänzungenZukauf ca. 20%, wegen sandigem Boden und um Partnerbetriebe zu unterstützen.
Größen und AuswahlEs gibt eine vorgegebene Größe mit gleichem Inhalt.
Kosten79,- € pro Monat.
VerteilungCa. 25 Abholstationen zwischen Frankfurt/Oder und Berlin.
Testphase6 Wochen, Beginn wie gewünscht und möglich.
Kommunikation

Gemüsebrief mit passenden Rezepten und Tipps zum Gemüse wie Verwertung, Lagerung & vieles mehr.

Monatlicher Newsletter per Mail, weitere Infos über soziale Medien und Website.

Tägliche Video-Updates über instagram.

Mitmachen

Mitmachtage, freies Mirtgärtnern.

Häufige Umfragen zur Zufriedenheit und zu Anbaufragen, z.B. Pflanzenschutz. Hohe Beteiligung und transparente Ergebnisse.

SolidaritätBisher keine.
Aktuell größte HerausforderungenWir haben unsere Folientunnel auf 2000m2 erfolgreich erweitert. Ein Förderantrag für Neuinvestitionen im Wert von ca. 200.000€ wurde fertiggestellt. Der Anbau und die fachgerechte Lagerung sind unsere nächsten großen Herausforderungen.