Die Gemüserebellin

Regionalkollektiv Landshut eG

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Landshut

Ein mittelgroßes, eher konservatives Städtchen mitten in Niederbayern. Doch seit 2019 mischt die junge Genossenschaft „Regionalkollektiv“ Landshut auf. Klein, aber fein ist sie mit einer engagierten Gemeinschaft gestartet – und will die nächsten Jahre langsam, aber sicher noch einiges umkrempeln. Es wird noch etwas dauern, die neue Solawi-Genossenschaft im ruhigen, als Beamtenstadt bekannten Landshut fest zu etablieren. Denn hier ist das, was das Regionalkollektiv anpackt schon eine kleine Revolution: Die Gemüserebellin!

01:26 – Wo sind wir hier und wer seid ihr?

03:52 – Wo liegt der Ursprung des Regionalkollektivs?

05:42– Max, du auch als Quereinsteiger zum Thema solidarische Landwirtschaft gekommen und jetzt Vorstand einer Genossenschaft. Was hat dich dazu motiviert?

07:51 – Und Evi, was bewegt dich?

09:05 – Ihr seid 4 Vorstände. Wer übernimmt bei euch welche Arbeit?

11:26 – Wieso habt ihr euch für die Rechtsform Genossenschaft entschieden?

13:28 – Man sagt, die Genossenschaft ist verwaltungstechnisch aufwändiger und kostenintensiver als ein Verein. Was ist da eure Einschätzung?

15:16 – Ihr seid in euer erstes Jahr mit vergleichsweise wenig Ernteanteilen gestartet und seid auch nicht gewachsen. Warum hat ihr Euch für diesen defensiven Weg entschieden?

17:12 – Das erste Jahr in Zahlen ausgedrückt: Wie hoch waren die Gesamtkosten Eurer Genossenschafts-Solawi und wie viele Mitglieder hattet ihr?

19:08 – In der aktuellen Aufbauphase ist noch sehr viel Idealismus und Ehrenamt notwendig. Wo darf die Reise hingehen? Was ist eure Utopie?

21:03 – Wenn ihr auch die ersten 1,5 Jahre zurückblickt: Gab es Hürden mit denen ihr überhaupt nicht gerechnet habt? Und gab es Aspekte, die traumhaft gut funktioniert haben?

25:23 – Wie seid ihr eigentlich zu Euren Anbauflächen gekommen?

27:06 – Jetzt im neuen Anbaujahr stehen anbautechnisch einige Veränderung ins Haus. Könnt ihr darauf ein bisschen eingehen?

28:15 – Wie sieht eure wöchentliche Gemüseroutine aus?

30:06 – Max, was ist dir jüngst eingefallen, um das Gemüse im Verteilpunkt vor Frostschäden zu bewahren?

31:21 – Wie viele Ernteteiler wollt ihr in 2020 neu aufnehmen?

33:53 – 2020 plant ihr zum ersten Mal eine Bietrunde. Wie wird diese ablaufen und wann?

37:02 – Welche Partizipationsangebote macht ihr euren Mitgliedern?

39:38 – Was sind für dich, Max, die zentralen Unterschiede zwischen einer regionalen Abokiste und der Mitgliedschaft in eurer Solawi-Genossenschaft?

41:00 – Und wo siehst du spezielle Charakteristika beim Regionallkollektiv im Vergleich zu anderen Solawi-Initiativen, die du kennst?

45:06 – Und zur letzten Frage: Was würdet ihr anderen Akteuren raten, die sich im Moment ähnliche Gedanken machen, wie ihr?

Dieses Interview gibt es auch als Podcast zum Anhören auf unserer Website. Außerdem auch auf Spotify und iTunes oder mit diesem RSS-Feed in jedem beliebigen Podcatcher!

Zusätzliche Infos/Medien/Highlights

Hier folgen in Kürze Links zu weiterführenden Dokumenten, Videos oder anderen Highlights.

Ihr persönliches gesellschaftspolitisches Engagement hat das Gründungsteam Regionalkollektiv Landshut 2018 zusammengebracht. Gärtner*innen sind sie nicht – aber Max Geisel (Sozialpädagoge und ausgebildeter Heilerziehungspfleger), Evi Hierlmeier (PR-Fachfrau und Journalistin) und ihre Mitstreiter*innen hat der Tatendrang gepackt ein zukunftsweisendes Projekt zu starten – und die Wahl fällt damals auf „Solawi“. Die ein oder andere Biokiste gibt es im Landshuter Raum bereits, aber sie wollen ja keinen weiteren Bio-Supermarkt auf Rädern gründen, sondern gemeinsam eine solidarische, Gemüseversorgung aufbauen und damit zu einer sozial-ökologischen Transformation der Region beitragen. Und das knapp 100 km entfernte Kartoffelkombinat überzeugt sie bei einem Besuch vom Genossenschaftsgedanken. 2019 ist es dann soweit: die Regionalkollektiv Landshut eG ist gegründet und eingetragen!

Auf einer Pachtfläche von Max’ altem Arbeitgeber, einem Biobauern etwas außerhalb von Landshut, startet 2019 dann auch gleich die erste Gemüsesaison – erstmal nur mit 30 Ernteanteilen, in zwei Größen. Einen eigenen Gärtner für eine Anstellung hatten sie zunächst nicht gefunden, also packt Max die Sache selbst an und übernimmt die Verantwortung für den Anbau. Denn mit Selbstversorgung und Biolandwirtschaft hatte er sich in den Jahren zuvor schon viel beschäftigt. Mut zu „DIY“ und viel ehrenamtliches Engagement machen das erste Jahr erfolgreich und schaffen eine gute Grundlage für die zweite Saison!

Diese startet mit einer neu eingeführten Bietrunde am Anfang der Saison. Mit neuen Flächen, die nicht nur besser gelegen und angebunden, sondern auch genau richtig für den Gemüseanbau sind. Und vor allem mit dem frisch ausgebildete Gärtnermeister Daniel Eibl, der nun im Dienst der Genossenschaft für den Anbau zuständig ist. Die Genossenschaft soll nun langsam und organisch weiter wachsen. Gemüse für bis zu 120 Ernteteiler*innen könnte man auf der neuen Fläche gut produzieren.

Ob sie 2020 schon so einen Größensprung machen wollen oder ob das eher schon zu viele Genoss*innen wären – da sind sie sich noch nicht einig. Fest steht: es steckt einiges an Überzeugungsarbeit dahinter, die Landshuter*innen von der Idee „Solawi-Genossenschaft“ zu begeistern. Aber das Regionalkollektiv ist unermüdlich in der Stadt präsent und Max engagiert sich darüber hinaus seit Jahren auch politisch, unter anderem als Kandidat der mut-Partei.

Das Regionalkollektiv Landshut kämpft für eine lokale Gemüserevolution und zeigt, dass sie den Mut und die richtigen Menschen hat, das Thema in Landshut anzupacken!
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Steckbrief

Stand: Q1/2020

SitzSalamanderweg 5 / 84034 Landshut
Kontaktinfo@regionalkollektiv.de , regionalkollektiv.de
Gründungsjahr2019
Organe

Vorstand: mindestens zwei und eine gerade Zahl von Mitgliedern, jeweils zur Hälfte Männer und Frauen. Derzeit vier Mitglieder mit 0,5 Vollzeitäquivalenten, von der Generalversammlung für drei Jahre gewählt.

Aufsichtsrat: mindestens vier und eine gerade Zahl von Mitgliedern, jeweils zur Hälfte Männer und Frauen. Derzeit 6 Mitglieder, für drei Jahre gewählt.

Arbeitskreise: bearbeiten einzelne Themen oder Aufgaben in enger Absprache und mit Zustimmung des Vorstandes. Generalversammluing: Die gültig abgegebenen Stimmen von Fördermitgliedern dürfen nicht mehr als 10% der gültig abgegebenen Stimmen der ordentlichen Mitglieder ausmachen.

Mediationsklausel: Mitglieder und Organe verpflichten sich, Konflikte zuerst zur Beilegung durch Mediation zu bearbeiten.

Mitgliedschaft

Jedes Mitglied muss sich mit mindestens zwei Geschäftsanteilen zu 100,- € beteiligen. Mehr Geschäftsanteile und eine Fördermitgliedschaft sind möglich. Die Mitglieder erhalten keine Gewinnanteile.

Kündigung zum Ende eines Geschäftsjahres mit einer Frist von 2 Jahren, das Mindestkapital beträgt 85 % der Geschäftsguthaben.

SatzungSatzung
PrüfungsverbandPrüfungsverband Hamburg – Prüfungsverband der Deutschen Verkehrs-, Dienstleistungs- und Konsumgenos­senschaften e.V.
Mitglieder mit Ernteanteilen56
Optimale Grösse100-120 in 2022
Mitarbeiter*innen

3 Mitarbeiter mit einem Arbeitsvolumen von

1,5 Vollzeitäquivalenten, davon

0,75 im Gemüsebau,

0,25 in der Logistik.

Betriebszweige, Betriebsstätten und BeteiligungenGemüseanbau.
Anbauflächen

Bis zu 3 ha verfügbar, davon derzeit 0,25 ha für Anbau in Pacht genutzt.

Ab Sommer 2020 500 qm im geschützten Anbau.

AnbauBioland-Zertifizierung. Noch ohne Jungpflanzenanzucht. Mehr als 20 verschiedene Kulturen mit über 30 Sorten.
VersorgungszeitraumGanzjährig mit 50 Lieferwochen.
ErzeugnisseGemüse.
Ergänzungen

Obst, Eingemachtes, Honig.

Ab der Erntesaison 2020 80 % Zukauf – Änderung des Modells auf Handelsbetrieb. Dies ist eine auf 3 Jahre begrenzte Maßnahme, dann ist wieder Eigenanbau geplant.

Größen und Auswahl3 Größen, Solo-, Beziehungs- und Bandenkiste mit 1, 2 und 3 Ernteanteilen in gepackten Kisten.
Kosten80,- bis 90,- € pro Monat für die Beziehungskiste mit 2 Ernteanteilen.
VerteilungÜber 6 Verteilstellen für die Ernte 2020, in Landshut und zwei Gemeinden.
TestphaseKeine. Aboeinstieg zum 1. April oder 1. Juli eines Jahres.
KommunikationWöchentlicher Newsletter, Website, Blog, soziale Medien.
Mitmachen

Mitmachtage am Samstag Nachmittag am Acker.

Offener Regionalkollektiv-Treff jeden zweiten Donnerstag im Monat für alle, die beim Regionalkollektiv mitreden wollen.

AGs Marketing, IT, Bauwagen/Schreiner, Einmachen, Erntedankfest.

Halbjährliche Zufriedenheitsbefragung.

SolidaritätBieterrunde, eine Lösung für eine „Solidarische Gemüsekiste“ wird gesucht.
Aktuell größte HerausforderungenStabilisierung des Gemüseanbaus, Mitgliederbeteiligung verbessern.